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Lumen_2015

> HOFTAVERNE < EINST UND HEUTE // Kupferstich von Georg Matthäus Vischer aus dem Jahr 1663 GLAS, METALL UND BETON // Die Stiftschronik berichtet für das Jahr 1617 von der Erbauung der Hoftaverne und der Anstellung eines Hofwirtes. Bereits im Jahr 1596 wird eine Hoftaverne erstmals erwähnt. Hier dürfte es sich um das südlich an die Hoftaverne (genannt „Stöckl“) anschließende Gebäude handeln. Wie uns die verschiedenen historischen Zeichnungen vom Stift und seiner Umgebung zeigen, hat es in den Jahrhunderten auch wesentliche Veränderungen am Gebäude gegeben. Diese wurden wahrscheinlich auch durch die diversen Brände auf dem Stiftsanwesen ausgelöst, 1801 und 1850 wurden große Teile durch das Feuer zerstört. Im vergangenen Jahrhundert erlebte die Hoftaverne eine bewegte Geschichte. Anfang der 60er Jahre wurde das Gebäude saniert und umgebaut. Anstelle des großen Saales im Obergeschoß wurden Gästezimmer eingebaut. Von 1970 bis 1976 war der Betrieb als Gastronomie verpachtet. Von 1978 bis 1982 begann die österreichische Kopp am Standort Aigen – Schlägl mit einer Produktion von Elektroinstallationsmaterial. Der Betrieb wurde erst beendet, als in Aigen eine eigene Produktionsstätte errichtet wurde. Nach einem Leerstand begann die Kerzenwelt Donabauer 1987 mit einer Schauproduktion und dem Verkauf von selbstgeschnitzten Kerzen. Mit Ende Juni 2014 wurde der Standort an die Schlägler Hauptstraße 12, ebenfalls dem Stift Schlägl gehörend, verlagert. Mit 20. August 2014 begannen nach einem umfassenden Planungsvorlauf, auch in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt, die Bauarbeiten an der mittlerweile recht sanierungsbedürftigen Hoftaverne und dem anschließenden „Stöckl“ zum Zwecke der Übersiedelung des gesamten wirtschaftlichen Verwaltungsbereiches.Grundlage der Neuentwicklung war der aus dem Jahr 1663 stammende Kupferstich von Georg Matthäus Vischer. Es sollte die alte und schutzwürdige Substanz mit den Anforderungen an einen modernen Bürobetrieb verbunden werden. Ziel des Umbaus war die Schaffung einer nachhaltigen und ökologisch richtungsweisenden Lösung durch gezieltes Erhalten wertvoller Substanz in Kombination mit neuesten Technologien. Die bestehenden historischen Bauteile wurden erhalten und saniert, das Dachgeschoß, basierend auf der Vorlage eines historischen Kupferstiches, neu aufgebaut. Hierfür kam ein Halbfertigteilsystem aus Holz mit Steinwolledämmung zur Ausführung. in perfekter Harmonie Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten.“ Spr 24,3 – 13 –


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