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Lumen_2015

> HOFTAVERNE < Die Dacheindeckung und sämtliche Verblechungen am Haupt- und Nebengebäude wurden in Kupfer ausgeführt. Auch im Bereich der Fassaden konnten die vorhandenen Gesimse (soweit vom technischen Zustand möglich) erhalten bzw. wieder entsprechend nachgebildet werden. Gleiches gilt für die verschiedenen Steineinfassungen an den Fensteröffnungen. Bei der Wahl der Fenster am Hauptgebäude wurde auf ein mit dem Denkmalamt abgestimmtes und in der stiftseigenen Tischlerei gefertigtes Kastenfenster-System zurückgegriffen. Im Sinne einer barrierefreien Erschließung mussten eine entsprechende Rampe im Zugangsbereich sowie eine Aufzugsanlage errichtet werden. Das Materialkonzept für das gesamte Objekt beschränkt sich auf die ursprünglichen Baumaterialien Granit, Stahl und Holz und setzt dies in allen Bereichen (vom Baukörper über Böden bis hin zur Einrichtung) um. Als Heizungssystem wurde ein zukunftsweisendes Niedertemperatursystem gewählt. 1.000 Laufmeter Tiefenbohrung in Kombination mit einer Wärmepumpe ermöglichen in den Wintermonaten das Heizen über eine Kombination aus Fußboden und Wandheizung. Auch eine Sockeltemperierung zur Vermeidung von aufsteigender Feuchtigkeit am bestehenden historischen Mischmauerwerk aus Stein und Ziegel wurde umgesetzt. Da bei solchen Objektnutzungen (Bürogebäude) nicht nur die sommerliche Überhitzung von außen, sondern vor allem auch die im Gebäude entstehende Wärme (Abwärme von Geräten) nicht unterschätzt werden darf, wird in den Sommermonaten das Heizungssystem zu Kühlzwecken genutzt. Eine Kombination aus Wärmepumpe und Kühldeckensystemen macht dies möglich. Das gesamte Objekt wurde mit einer LED-Beleuchtung in Kombination mit einer intelligenten Lichtsteuerung ausgestattet. Die den historischen Unterlagen nachgebildete Dachkuppel („Laterne“) wird ebenfalls für haustechnische Zwecke genutzt. Sie dient als Brandentlüftung und kann darüber hinaus bei Bedarf als automatisch gesteuerte Abluftöffnung genutzt werden. Mit dem Umbau der Hoftaverne gelang dem Stift Schlägl eine optimale Verknüpfung von Altem und Neuem. WILLKOMMEN // Unsere Mitarbeiter heißen Besucher gerne in den neuen Büros willkommen. Wir schätzen den Standort Hoftaverne für sein ganz besonderes Arbeitsklima. DER ARCHITEKT DICHTET Lieber Markus, im Sinne des Sprichwortes „Wer auf der Erde gerade Furchen ziehen möchte, der muss seinen Pflug im Himmel verankern!“ möchte ich mich bei dir, deinen Mitbrüdern, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und allen am Bau Beteiligten herzlich bedanken. Es war eine tolle Zeit und das Ergebnis ist g’scheit super! Die gute Zusammenarbeit machte uns besondere Freid’, denn wir konnten gemeinsam etwas baun, das wir nun in Dankbarkeit erleben und bestaun. Der Entwurfsgedanke war natürlich nach oben gerichtet, deshalb ist das Gebäude auch zentral von oben belichtet. Alt und Neu sind hier verbunden, die Angst vor Alt und Neu ist überwunden, es ist einfach schön, zu spüren und zu sehn, wenn man darf mit Achtung und Verantwortung gemeinsam durchs Leben gehn. Ich denk, ich liege richtig, nicht nur beim Planen und Bauen sind Haltung und Beziehung besonders wichtig. Wie gesagt: Danke an ALLE, wirklich ALLE, und ALLES GUTE! 2015 – 14 –


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