Zeit zum Hopfenbedl’n

Auf geht´s, es is soweit! Ab Ende August hängt der Hop­fen in Dolden in den Hopfengärten. Sieben Meter hat er sich seit dem Frühling nach oben in Richtung Himmel gerankt. Jetzt ist Erntezeit.

Bier und Hopfen, das gehört zusammen wie Strand und Meer, wie Topf und Deckel. Bier ohne Hopfen? Das geht gar nicht! Durch den Hopfen wurde das Bier erst zu einem Lebens- und Genussmittel, wie wir es heute kennen. Im frühen Mittelalter kochte man Bier doch häufig mit allerlei Kräu­tern und anderen Gewürzen. Außerdem war der Einsatz von unterschiedlichen Hopfenmengen beim Brauen die Geburtsstunde einiger besonderer Biersorten. Und „last but not least“ ist Hopfen der „Aromageber“ für Bier schlechthin.

Das Hopfenjahr:

Ab Mitte März beginnt die Hopfensaison. Neben Instandhaltungen der Gerüstanlage erfordert der Hopfen im Frühjahr gleich die volle Aufmerksamkeit. Im Vordergrund stehen dabei aufwendige Handarbeiten.

Das Hopfenschneiden

Die Wurzeln des Hopfens reichen von einem sogenannten Wurzelballen, der etwa 30 Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche liegt, bis zu zwei Metern in die Tiefe. Aus diesem Wurzelballen heraus wachsen im März erste Hopfentriebe. Diese Triebe müssen zurückgeschnitten werden. Hier muss besonders darauf geachtet werden, dass der Wurzelballen nicht verletzt wird. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Austrieb zu reduzieren und den Hopfenstock zu verjüngen. Außerdem kann auf diese Weise das Risiko von Pilzinfektionen gesenkt werden. Der richtige Schnitt zum optimalen Zeitpunkt kann einen positiven Effekt auf den Ertrag und die Qualität unserer Hopfendolden haben.

Das Drahten

Ist der Hopfen geschnitten, geht es direkt weiter mit dem Drahten. Für jeden Wurzelstock werden in Abhängigkeit der Sorte ein bis zwei Steigdrähte oben an der Gerüstanlage aufgehängt. Das bedeutet Handarbeit auf acht Metern Höhe.

Das Stupfen

Ist der Draht oben am Gerüst befestigt, gilt es im nächsten Schritt, das nach unten hängende Drahtende im Boden zu verankern: genau an der Stelle, an der sich der passende Hopfenstock befindet. Dieser Arbeitsschritt wird „stupfen“ genannt. Als Werkzeug dient dabei eine Metallstange, das Stupfeisen. Das lose Ende des Drahtes wird um die Spitze des Stupfeisens gewickelt. Ähnlich einem Spaten wird anschließend die Spitze des Eisens mit dem umwickelten Draht in den Boden gestochen. Beim Herausziehen des Stupfeisens bleibt der Draht aufgrund der Wicklung stramm gespannt im Boden zurück.

Das Anleiten

Einige Wochen nach dem Zurückschneiden treibt die Pflanze ein zweites Mal aus. Damit sie am richtigen Draht emporwächst, muss sie angeleitet werden. Die wichtigste Regel bei dieser Arbeit ist: Hopfen wächst rechts herum, entsprechend dem Uhrzeigersinn. Es werden drei bis vier Triebe ausgewählt und von Hand um den Draht gewickelt. Alle überzähligen Triebe werden abgeschnitten.

Die jetzt genannten Arbeiten folgen teils dicht aufeinander und manchmal müssen viele Arbeiten zur gleichen Zeit ausgeführt werden. Die große Herausforderung ist es dabei, die Übersicht über die verschiedenen Wuchsstadien zu behalten, um zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Schritte durchzuführen. Nur bei guter Arbeit im Frühjahr gelingt ein erfolgreiches Hopfenjahr.

 

Da ist Hopfen und Malz verloren: Mit dieser Redewendung wird ausgedrückt, dass alles verloren und schiefgegangen ist, dass nichts mehr zu retten ist. Gott möge uns davor bewahren, dass wir die Lebenskultur und Werte, die im Bier verborgen sind, leichtfertig über Bord werfen oder zu wenig achten. Aber auch auf die Gefahr des Missbrauchs von Alkohol sei hingewiesen. Es geht darum, wie überall im Leben, das richtige Maß zu finden, denn sonst ist wirklich Hopfen und Malz verloren.

 –Abt Lukas